© KRV-Wiking
12.06.2022


Am vergangenen Wochenende ging es für die Karlsruher Reisegruppe auf den Weg nach Heidelberg. Schon beim Hängerladen wurde sichtbar, dass die bisher größte Regatta des Jahres anstand. 5 Vierer, ein Achter und viele Kleinboote brachten auch unseren großen Hänger an seine Grenzen, doch nicht nur die Anzahl der Boote brachte Probleme mit sich. Nach 5 Telefonaten in 2 Stunden stellte sich heraus, dass das gebuchte Stadtmobil zum Hängerziehen sich nicht in Luft aufgelöst hat oder unsichtbar ist, sondern in der Werkstatt stand - schlecht, wenn es 2 Tonnen Hänger- und Bootsmaterial über die Autobahn ziehen sollte. Trotzdem haben wir es zur Regatta geschafft, auch wenn sich der neue Bus wohl komisch gefühlt haben muss, auf einmal Ruderboote statt Kanus zu transportieren.

Nach dem Chaos am ersten Tag konnte es ja nur besser werden. Los ging es dann samstags um kurz nach 9 Uhr. Im Zwei-Minuten-Takt wurden die Rennen auf dem Neckar unterhalb des Heidelberger Schlosses gestartet.

Für die Masters-Ruderer ging es Samstag früh mit den ersten Rennen des Tages im Männer- und Frauen-Doppelzweier an den Start. Klaus und Martin mussten sich in einem stark besetzten Feld den Mannschaften aus Breisach, Mainz und München geschlagen geben. Im direkt anschließenden Frauen-Rennen starteten direkt zwei Doppelzweier der Masters. Maria und Claudia sicherten sich direkt vom Start an den 2. Platz und verteidigten diesen souverän bis ins Ziel. Ariane und Sandra starten in diesem Rennen aufgrund des etwas jüngeren Altersdurchschnitts mit 4 Sekunden Abstand zu den übrigen Booten und kämpften sich dabei knapp an das später drittplatzierte Boot der Mainzer Rudergesellschaft heran.

Direkt nach dem Rennen hieß es für Maria und Claudia umsteigen in den Mixed-Doppelvierer zusammen mit Klaus und Martin. Schon vor dem Rennen war klar, dass der am Morgen im Regattabüro vereinbarte Vorsprung von 20 Sekunden des gegnerischen Bootes, der Renngemeinschaft (Rgm.) aus Eschwege, Offenbach, Bad Hersfeld und Limburg mit einem stolzen Altersdurchschnitt von 72 Jahren, nur schwer einzuholen sein würde. Beim Start selbst gab es dann aufgrund der falsch eingestellten Ampelanlage einiges Durcheinander, sodass aus den angedachten 20 Sekunden Vorsprung 40 Sekunden wurden. Das älteste Boot war somit schnell enteilt genauso wie das Boot der Rgm. aus Offenbach und Aschaffenburg. Mit dem Boot aus München lieferte sich die Wikinger-Mixed-Mannschaft jedoch einen spannenden Bord-an-Bord-Kampf den sie schlussendlich dann auf Platz drei liegend für sich entscheiden konnten.

Als Abschluss des Regattatages für die Masters stand noch der Frauen-Doppelvierer an. Maria, Ariane, Sandra und Claudia starteten mit 8,5 Sekunden Abstand auf das älteste Boot und wurden schlussendlich 3. in einem gelungenen Rennen.

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 Nach den Ältesten kamen die jüngsten an die Reihe. Wim und Toni durften sich im leichten Jungen Einer der Konkurrenz stellen und konnten einen 2. bzw. 3.Platz errudern. Nach 5 Karlsruher Booten in den ersten 20 Minuten des Tages ging es etwas entspannter weiter. Die 13 Junioren fuhren vom leichten Einer bis zum schweren Vierer alle möglichen Bootsklassen. In Abwesenheit der WK 1, die in Breisach bzw. Mannheim trainierte, konnte man nicht ganz vorne mitfahren, aber dennoch den Zuschauern gute Rennen und spannende Zweikämpfe bieten. Hervorzuheben sind hier der 2. Platz im JFA 4x und Annes Sieg im Mädchen Einer 14 Jahre, aber auch weitere Siege konnten von Claudia im Einer sowie im SF 2-, SF 1x LG und SM 4- im Laufe des Tages errudert werden.

Am Ende des Tages standen nochmal Großbootrennen für die Senioren an. Im Frauendoppelvierer und Männerachter ging es nochmal innerhalb von 20 Minuten zuerst auf die 1500m Normalstrecke und dann das ungewohnte 350m Sprinten. Souverän führten die Frauen schon auf den ersten 500m mehr als zwei Längen auf die Gegner heraus und konnten ungefährdet gewinnen. Im Sprint wurde die Dominanz nochmals bestätigt und das 200€ Preisgeld nach Karlsruhe geholt. Die Männer wollten ihrem Pendant in nichts nachstehen. Im ersten Rennen könnten sie über eine hohe Streckengeschwindigkeit den Sieg klar machen, mussten sich aber im Sprint dem Bundesligateam aus Hanau geschlagen geben.

Sonntags ging es dann ohne einen Großteil der Masters wieder nach Heidelberg. Begrüßt von strömendem Regen gingen morgens um 9 wieder die Rennen los. Nach vielen weiteren (spannenden) Rennen konnten wir die Regatta mit 16 Siegen und zahlreichen zweiten, dritten und leider auch ein paar vierten Plätzen beenden.

 

Lessons learned:

Einer passen immer auf den Hänger, notfalls werden sie gehängt.

Auf die Rheinbrüder ist Verlass, wenn Stadtmobil nicht zuverlässig ist.

Selbst die neueste Ampelanlage bringt beim Start wenig, wenn die Zeit falsch eingestellt ist.

Rollsitze gehören in die Schienen, aber man kann auch noch 2 Gegner hinter sich lassen, wenn das nicht der Fall ist.

Die Aussage "ich kann nicht mehr skullen" stimmt nicht, wenn die Gegner über 10 Sekunden später als Zweite in Ziel ankommen.

 

Text: Claudia Seck & Adrian Elter

Fotos: Claudia Ciescholka