Gold, Silber und Bronze für den KRV

Der Düsseldorfer Rheinmarathon am Nationalfeiertag, natürlich mit Karlsruher Beteiligung

Der Düsseldorfer Rheinmarathon kam auch dieses Jahr nicht ohne erfolgreiche Karlsruher Beteiligung aus. Mancher schielte sogar auf dem Hauptpreis der Veranstaltung, das Gatzweiler Alt Schild. Diese Auszeichnung erhält der Verein, der in der Summe seiner drei schnellsten Boote die beste Gesamtzeit erreicht. Da aber keine Renngemeinschaften gemeldet werden dürfen, sind dazu natürlich mindestens drei reine KRV-Boote erforderlich. Nichtsdestotrotz fuhr jede Bootsbesatzung mit Edelmetall nach Hause: Gold für den Mixed-Gig-Doppelvierer mit Steuermann in der offenen Klasse und in Renngemeinschaft mit der Bonner Rudergesellschaft : Sybille Roller, Matthias Auer, Olaf Behrend, Christina „Kelly“ Ergang und Steuerfrau Brigitte Schlütter-Böhmer fuhren in 2:21,17h auf den ersten Platz ihrer Klasse (6 Minuten schneller als der Zweite) und wurden 3. in der Gesamtwertung.

Überraschend holte sich der Master-Männer-Gig-Doppelvierer, Mindestdurchnittsalter 36, den zweiten Platz in ihrer Klasse: Sieben Minuten nach dem ersten und knapp drei Minuten vor dem Dritten in 2:30,33h. In den Steuerseilen hing Ingrid Sackmann, Dirk Dreier saß im Bug und Hannes Blank auf Schlag, dazwischen hatten Christian Fechler und Frank Peters (Ruderclub Forggensee) für den nötigen Schub zu sorgen. Den dritten Platz in oben genannter Mixed-Doppelvierer-Klasse erreichte ein reines KRV-Boot: Erster Wettkampfeinsatz für Steuerfrau Daniela Henrich, Jens Gurk und Holger Depner beschwerten Ruderplatz 3 und 4, während Therese Hintemann und Tatjana Supper im Bug saßen. Allen gemeinsam war, dass sie über den heftigen Gegenwind fluchten. Während das Männerboot über die erste Streckenhälfte noch halbwegs böenfrei kam, hatten die beiden später gestarteten Mixed-Boote Dauergegenwind. Dies und dem Umstand des niedrigen Wasserstand ist es zu verdanken, dass die erruderten Zeiten insgesamt langsamer als zu normalen Bedingungen waren: Der Rhein, ein Rinnsal. Der niedrige Wasserstand ließ viel Ufer und wenig Wasser sehen.

Der Düsseldorfer Rheinmarathon ist eine Veranstaltung der beim RTHC Leverkusen startet, aber de facto auf der Höhe von Köln-Stammheim. An Bayer vorbei geht es zunächst überwiegend geradeaus voran, bevor auf dem letzten Drittel einige Kurven zu fahren sind. Der rege Schiffsverkehr und die dadurch entstehenden, teilweise sehr hohen Wellen stellen große Anforderungen an Steuermann und Mannschaft. Am Start wird in etwa 90Sekunden-Abstand fliegend losgefahren, der Starter gut im Gebüsch versteckt, aber von Wasserseite aus sichtbar. Davor lagen die 125 Boote alle vor dem Bootshaus und wurden nacheinander aufgerufen. Gleichzeitig eine Ausstellung über verschiedene Techniken und Anbauten, um zu verhindern, dass während des Wettkampfes zuviel Wasser ins Boot schwappt.

Nach 42,6 Kilometer ertönt kurz nach dem Bootssteg der RC Germania Düsseldorf ein akustisches Zeichen, das die Überquerung der Ziellinie markiert. Die meisten Boote (zugelassen sind Dreier und Vierer) fuhren 2009 zwischen 2:25h und 2:50h. Kleiner Wermutstropfen: In Düsseldorf gibt es nur Altbier zu trinken. Ob sich die anwesenden Kölner Rudervereine Kölsch mitgebracht haben, ist nicht bekannt. Nicht verschwiegen werden soll, dass Nachbarclub Alemannia unter Mithilfe von geschicktem Melden den offenen Frauen-Gig-Doppelvierer gewonnen hat. Damit hat Karlsruhe wieder einmal bewiesen, dass es ein echter Rheinruderstandort ist, dessen Ruderer sich nicht in ihrem Rheinhafen verstecken müssen.

Hannes Blank



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