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Jugend trainiert für Olympia 2009
Gegen Ende Juli fanden wie jedes Jahr die Ausscheidungen für das JtfO Bundesfinale im Rudern statt. Und wie jedes Jahr stellten auch wir, das BG, eine Mannschaft, diesmal einen Jungen Gig Doppelvierer mit Steuermann (Adrian Seiler, Milan Becker, Paul Berard, Christoph Benkowitz, Philipp Benkowitz) und einen Jungen Doppel Vierer mit Steuermann (Adrian Seiler, Milan Becker, Paul Berard, Christoph Benkowitz, Maximilian Brandner). Im Doppel Vierer erreichten wir den 3.Platz von 4, wohingegen wir es im Gig Vierer auf Platz eins schafften und uns somit für das Bundesfinale in Berlin qualifizierten.
Am Dienstag den 22. September ging es dann los nach Berlin. Wir fuhren mit dem Zug nach Berlin und tragen dort im HBF haufenweise andere Teilnehmer aus den verschiedensten Sportarten: Fußball, Tennis, Hocke, Schwimmen zum Beispiel. Nach langem Anstehen bekam Herr Stutz endlich unsere Teilnehmerausweise ausgehändigt und wir machten uns auf den Weg in unsere Jugendherberge. Da es, als wir ankamen schon relativ spät war schauten wir uns nur in der näheren Umgebung um und gingen früh ins Bett, um ausgeruht zu sein.
Mittwochs war Trainingstag auf der olympischen Regattastrecke in Berlin-Grünau. Es wurden sogar extra Busse bereit gestellt, um uns dorthin zu bringen. Nach abgeschlossenem Training entschieden wir uns die Stadt ein wenig anzusehen: Alexanderplatz, die Allee Unter den Linden, Brandenburger Tor, Bundestag und auch das beeindruckende Gebäude der russischen Botschaft. Wir ließen auch die Galerie Lafayette und H&M nicht aus, bis und schließlich die Füße weh taten und wir uns zurück zur Jugendherberge begaben.
Und dann war er auch schon da, der gefürchtete und ersehnte erste Wettkampftag. Nun mussten wir zeigen was wir konnten. Der erste Schock kam als wir unser Boot vermessen ließen und es sich herausstellte, dass es zu schmal, aber zu schwer war und somit nicht für den Wettkampf zugelassen werden konnte. Herr Stutz schaffte es allerdings die Regattaleitung dazu zu überreden und 10 kg Strafgewicht anstelle von Disqualifikation zu geben. Wir mussten nun also mit einem Boot, das sowieso schon mehr wog als die anderen und noch extra Gewicht dazubekam fahren. Außerdem bekamen wir noch einmal 15 Kilo weil unser Steuermann, Adrian, zu leicht war. Derart beschwert machten wir uns auf zum Start. Im Vorlauf konnten wir uns leider nicht für das Finale qualifizieren und kamen somit in die Hoffnungsläufe, von denen sich jeweils die ersten zwei (von fünf) qualifizieren würden. Der Lauf fand noch am selben Tag statt und wir gaben noch einmal alles was wir hatten und schafften es hauchdünn (3 zehntel Sekunden) vor dem Boot aus Rheinland-Pfalz, hinter denen wir noch bei 750 m zurücklagen, als Dritter ins ziel zu kommen. Wir kamen also leider nicht ins große sondern nur in das kleine Finale um die Plätze 7 bis 12, aber da jeder von uns alles gegeben hatte was er konnte, waren wir zufrieden.
Freitag kam und mit ihm unser letzter Lauf. Rheinland-Pfalz hatte es sich als Ziel gesetzt und hinter sich zu lassen, weil wir ihnen den dritten Platz im Hoffnungslauf so knapp abgerungen hatten. Ihr Motto für dieses Rennen war also (wie Herr Stutz herausfand): die Karlsruher, die können nix! Nun kam es also drauf an. Im Rennen schafften wir es uns deutlich von den Booten aus Brandenburg und Bremen absetzen und gewannen auch einen Vorsprung auf Rheinland Pfalz (zu unsrem Glück, alles andere wäre peinlich gewesen). Am Ende mussten wir uns nur den Booten aus Eutin und Hamburg geschlagen geben, wobei der Abstand auf Hamburg nur 4 zehntel Sekunden betrug.
Nach dem Rennen packten wir unsere Sachen, verluden unser Boot auf den Hänger und gingen zurück in die Jugendherberge. Nach einer Relay Phase ging es zusammen mit allen anderen Finalteilnehmern zur Max Schmeling Halle zur Abschlusszeremonie und der großen Siegerehrung. Die Show kam mit Ex-Sportlern und aktiven Sportlern aus den verschiedenen Disziplinen, z.B. Marcel Hacker, ein international sehr erfolgreicher Ruderer. Es waren außerdem Größen der Politik anwesend, sowie auch der ein oder andere Weltmeister. Anschließend gab es noch eine Disco, aber wir beschlossen lieber für uns selbst ein bisschen zu feiern und verdrückten uns mit der Mannschaft.
Am Samstagmorgen ging es dann auch schon wieder mit dem ICE zurück nach Karlsruhe. Abschließend kann ich sagen dass das Bundesfinale ein echtes Erlebnis war und ich froh bin, daran teilgenommen zu haben, auch wenn es derbe anstrengend war!
Christoph Benkowitz
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