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Anrudern mit Bootstaufe
Bei zeitweise sonnigen Wetter wurde am 29. März im Rheinhafen beim Karlsruher Ruderverein Wiking gemeinsam die Rudersaison 2009 eingeläutet. Zunächst traf man sich zum Anrudern - eine Tradition, die zwar alt ist, aber in Karlsruhe noch nicht allzu lange praktiziert wird. Über 50 Ruderer und Ruderrinnen gingen in insgesamt 10 Booten zu Wasser - vom Einer bis zum dreifachen Landesmeister im Achter. Auch der Motorkatamaran „Trainerschlumpf“ war mit dabei.
Nach einem dreifachen „Hipp-Hipp-Hurra!“ startete man gleichzeitig zu einer kurzen Ausfahrt.
Deutlich mehr Menschen als zum Rudern waren bei der anschließenden Bootstaufe inklusive Jubilarenehrung anwesend. Fast historisch ist die Bootstaufe zu nennen, wurden doch so viele Boote getauft wie seit 30 Jahren nicht mehr. Sechs Boote mit einem Gesamtwert von über 55000 Euro bekamen einen Namen.
Zuerst wurde ein schnittiger, gelber Empacher-Rennvierer auf den Namen „Hans Schmidt“ getauft. Namesgeber und Täufer in Personalunion war Hans Schmidt, Vereinsvorsitzender von 1980 bis 1986. Er bedankte sich für die Ehre und sagte, er freue sich ganz besonders darüber, daß es ein Doppelvierer sei, weil dies die dynamischste Bootsklasse darstelle.
Als zweites wurde ein gelber Empacher-Renndoppelzweier benamst, dessen Name von Namensverleiher Steffen Hort etymologisch aufgedröselt wurde: Ein „Labbeduddl“ sei so etwas wie ein „schwachgeistiger Mensch“. Ihm wurde bei der Taufe von seiner Tochter Hanna Hort assistiert.
Das dritte Boote war ein roter Gig-Doppelfünfer (umrüstbar auf Doppelvierer mit Steuermann) der Bootsbauwerft Baumgarten. Dieser Bootstyp erfreute sich beim Karlsruher Ruderverein in der letzten Jahren so großer Beliebtheit, dass eine Ergänzung des Bootsparkes dringend notwendig war. Täufer war der Vereinsvorsitzende aus dem Jahre 1991, Kurt Erat.
Als nächstes hielt Bootstaufen-Moderator und Vereinsvorsitzender Frank Wischnewski die Laudatio auf einen zwar gebraucht gekauften, aber nicht gebraucht aussehenden gelben Empacher Zweier-ohne; er erhielt den Namen „Synchron“.
Fünftes Boot war ein weißer Einer von der Baumgarten-Bootswerft; finanziert durch langjährige Zusammenarbeit mit dem Sportclub Blau-Weiß-Rot, der Betriebssportverein der Mineralöl-Raffinerie Oberrhein. Standesgemäß hielt Blau-Weiß-Rot-Sportwart Holger Depner eine kurze Rede und standesgemäß taufte der Geschäftsführer der Mineralöl-Raffinerie Oberrhein, Dr. Löhr, das Boot auf den Namen „MiRO“.
Letztes Boot ein blau-weißer Janousek-Doppelvierer mit Steuermann, ausgelegt für den Junioren-Nachwuchs. Dieses Boot hat man sich bis zum Schluß aufgespart, sollte es doch Bürgermeister Harald Denecken taufen. Er war auch pünktlich zur Stelle und sagte den anwesenden Mitgliedern und Gästen, man habe angesichts eines Vereinsbestehens von 130 Jahren „schwere Zeiten hinter sich“. „Seid stark aus der Geschichte heraus“, leitete er daraus ab und betonte, dass er die Jugendarbeit unterstützen möchte, Jugendliche „nähern sich ja gerne Untiefen.“ Darum reichte es auch nicht, den zu taufenden Doppelvierer immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu wünschen, sondern er forderte gleich vier. Name des neuen Junioren-Doppelvierers: „Viel vor - vier dahinter“.
Abschließend wurden noch vier DRV-Fahrtenabzeichen verliehen und drei Jubilare geehrt: Kurt Erat für 65 Jahre Mitgliedschaft, Gerold Butz für 40 und Bundestrainer Uwe Bender (in Abwesenheit) für 25 Jahre Vereinstreue.
Hannes Blank
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