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Europäische Hochschulmeisterschaften in Zagreb
Zweimal Gold, einmal Silber und ein guter vierter Platz, das ist die
Bilanz der Wettkampfgemeinschaft Karlsruhe bei den Europäischen
Hochschulmeisterschaften im Rudern. Mit gleich vier Booten und damit als
größte deutsche Mannschaft waren die Athleten der Universität und der
Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft zur Regattastrecke Jarun im
kroatischen Zagreb gereist.
Am ersten Tag standen für die Kleinboote lediglich Bahnverteilungsrennen
an. Im Männer Zweier ohne Steuermann gingen die Deutschen
Hochschulmeister Peter Wenzel und Niklas Reisser an den Start. Nach
einem starken Rennen erreichten sie nur knapp hinter den Favoriten aus
Zagreb den zweiten Platz und damit eine Mittelbahn im Finale. Ulrich
Geilmann fuhr im Leichtgewichts Männer Einer in einem taktischen Rennen
auf den dritten Platz, während Vera Dohmen ihren Einer souverän mit zehn
Sekunden Vorsprung ins Ziel brachte.
Für den deutschen Männer Achter, zusammengesetzt aus drei Ruderern der
Hochschule und fünf Ruderern und einer Steuerfrau der Universität
Karlsruhe, ging es im Vorlauf bereits um die Teilnahme am Finale. Doch
schon am Anfang der 2000 Meter Strecke zeigte sich, dass ein Umweg über
den Hoffnungslauf nötig ist. Die starken Polen, allesamt mit
Weltcup-Erfahrung, waren zu schnell. So musste der Karlsruher Achter
auch am Freitag ran, während die restlichen Aktiven frei hatten. Durch
einen Sieg im Hoffnungslauf vor den Achtern aus Wien und Lyon schaffte
es aber auch dieses Boot ins Finale.
Das erste Rennen mit Karlsruher Beteiligung am Finaltag war der Männer
Zweier ohne. Nach einem gelungenen Start konnten Wenzel/Reisser mit den
führenden Booten mithalten und lagen nach 1000 Metern mit einer halben
Sekunde Rückstand auf den Ersten in aussichtsreicher Position. Durch
einen mutigen und rücksichtslosen Zwischenspurt etwa 500 Meter vor dem
Ziel gelang es dem Duo die Führung zu übernehmen. Unter den
Anfeuerungsrufen der Zuschauer schafften sie es, ihren Vorsprung im
Endspurt sogar noch leicht auszubauen und den Europameistertitel zu
erringen. Nach ihnen kam der kroatische Zweier ins Ziel, der einige
Wochen zuvor noch Elfter bei der Weltmeisterschaft der nichtolympischen
Bootsklassen geworden war.
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Auch Ulrich Geilmann hatte in seinem Finale mit harter Konkurrenz zu
kämpfen. Die ersten drei Plätze lagen bis zum letzten Drittel des
Rennens innerhalb weniger Bootslängen. Dann konnten sich der in Führung
liegende Ungar und der Karlsruher immer weiter vom Neunten der
diesjährigen U23 WM absetzen. Somit wurde das Rennen zum Zweikampf, bei
dem der Ungar sein Skiff schließlich knapp zwei Sekunden vor dem Ruderer
der Uni Karlsruhe über die Ziellinie schob, die bedeutete Silber für
Geilmann.
Direkt danach folgte das Finale im Frauen Einer. Mit überraschender
Leichtigkeit konnte sich Vera Dohmen an die Spitze des Feldes setzen und
führte nach 500 Metern bereits mit fast vier Sekunden. In einem
fehlerfreien Rennen konnte sie sich immer weiter vom Feld absetzen und
schließlich mit überragenden acht Sekunden Vorsprung Gold holen. Silber
und Bronze gingen an Wien und Mailand.
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Trotz des sehr guten Wetters und der tollen Regattaanlage waren die
Bedingungen für den Karlsruher Männer Achter nicht optimal. Nach gleich
zwei Knieverletzungen hatte es einige Unruhe gegeben, nach einem Test am
Vormittag konnte der Achter aber schließlich in Bestbesetzung an den
Start gehen. Der große Traum war eine Medaille in der Königsklasse, doch
es wurde schnell klar, dass zwei polnische Boote und die Kroaten die
ersten drei Plätze unter sich ausmachen. Trotzdem ruderten die
Karlsruher ein sehr starkes Rennen und konnten sich mit schnellen
Zwischenspurts an der vierten Position halten. Im Endspurt kam ein
weiteres Boot aus Polen zwar näher, aber das deutsche Boot konnte den
vierten Platz halten. Am Ende waren es rund sechs Sekunden Rückstand auf
den drittplatzierten kroatischen Nationalachter, in dem auch Teilnehmer
der Olympischen Spiele in Peking ruderten.
Am Ende konnte die von Dr. Paul Schmidt trainierte WG Karlsruhe als
erfolgreichste deutsche Hochschule abreisen. Es hat sich gezeigt, dass
das Niveau dieser Veranstaltung stetig steigt, auch durch die zunehmende
Anzahl osteuropäischer Boote. So wurden in Zagreb sämtliche Bestzeiten
der EUSA (European Universities Sports Association) unterboten.
Besonders erfreulich ist es, dass das Niveau der deutschen Boote in
gleichem Maße gesteigert werden konnte. In der Nationenwertung belegte
Deutschland wie im letzten Jahr den zweiten Platz, hinter Polen. Die
Briten, die diese Wertung im letzten Jahr noch gewinnen konnten,
landeten ohne Goldmedaille weit hinten.
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